Veröffentlicht inZiergarten

Zeigerpflanzen: So interpretiert man sie richtig

Wenn in deinem Garten Wiesensalbei oder Vogelmiere wächst, lässt dies Rückschlüsse auf die Bodenbeschaffenheit zu. Erfahre, was Zeigerpflanzen bedeuten.

Kleiner Storchschnabel
© IMAGO / Zoonar

Gartenarbeit, ohne Schwitzen! Mach’s dir leicht – mit diesen 22 Gartentipps.

Gartentipps für Profis und Anfänger!

Wenn du dich über einen üppig blühenden Garten freuen möchtest, solltest du die Beschaffenheit des Bodens kennen. Um herauszufinden, ob du im Garten stickstoffreiche, kalkarme, feuchte oder saure Böden hast, gibt es allerlei Mittel und Wege, um die Nährstoffzusammensetzung zu bestimmen. Dabei reicht oftmals schon ein Blick in den Garten, um die Bodenart zu bestimmen: Die sogenannten Zeigerpflanzen geben Aufschluss über die Erde, in der sie wachsen.

10 Zeigerpflanzen und worauf sie hinweisen

Bereits im 17. Jahrhundert war von den Zeigerpflanzen, die auch als Indikatorpflanzen bekannt sind, die Rede. Hierbei handelt es sich um Wildpflanzen mit einer geringen Toleranz gegenüber Veränderungen ihrer Lebensbedingungen. Sie wachsen durch ihre individuellen Ansprüche nur auf ganz bestimmten Böden und geben so Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit.

Zeigerpflanzen
Je nachdem, welche dieser Pflanzen in deinem Garten wächst, weißt du, wie dein Boden beschaffen ist. Foto: IMAGO / Zoonar (4), IMAGO / imagebroker (2), IMAGO / Reech (2), IMAGO / Wassilis Aswestopoulos (1), IMAGO / CHROMORANGE (1)

Sollten in deinem Garten zum Beispiel größere Mengen an Brennnesseln, Giersch, Quecke oder Franzosenkraut auftauchen, kann dies auf einen stickstoffreichen Boden hinweisen. Liegt hingegen ein Stickstoffmangel vor, siedeln sich Pflanzen wie Margeriten oder Habichtskraut an.

Bedenke bei dieser Art der Bodenanalyse jedoch, dass für das Gedeihen von Pflanzen nie nur eine Bodeneigenschaft wichtig ist, vielmehr ist das Zusammenspiel aus Bodentextur, Wasserspeicherfähigkeit, Ton- und Sandgehalt, pH-Wert sowie Nährstoffvorkommen entscheidend. Für eine erste Blickdiagnose sind die Zeigerpflanzen jedoch durchaus hilfreich. Wir stellen dir deshalb zehn von ihnen vor.

Breitwegerich

Wenn der Breitwegerich in deinem Rasen auftaucht, ist dies ein Zeichen für einen verdichteten Boden. Um dies zu beheben, solltest du mit Sand auflockern und belüften. Wächst der Breitwegerich im Beet, pflanzt du am besten Ackerbohnen oder Lupinen.

Gänsefingerkraut

Das Gänsefingerkraut deutet auf stickstoffreiche Standorte, Staunässe oder schwere Böden mit Lehm oder Ton hin.

Storchschnabel

Der Storchschnabel wächst auf trockenen und sandigen Untergründen.

Wilde Möhre

Die Wilde Möhre bevorzugt trockenwarme Standorte und wächst auf stickstoffarmen und nährstoffreichen Böden.

Kletten-Labkraut

Das Kletten-Labkraut wächst besonders auf stickstoffreichen Böden, oft auch auf nassen, verdichteten Böden.

Kriechender Hahnenfuß

Der kriechende Hahnenfuß ist eine ausgesprochen hübsch aussehende Zeigerpflanze. Doch leider sagt ihr Vorkommen nichts Gutes über den Boden aus, dieser ist nämlich überwiegend verdichtet und leidet unter Staunässe.

Wiesensalbei

Auch der Wiesensalbei beeindruckt durch sein Aussehen. Anders als der Hahnenfuß bevorzugt er jedoch kalkreiche, trockene Böden.

Vogelmiere

Wenn du Vogelmiere in deinem Beet findest, deutet das auf einen gut gedüngten, also stickstoffreichen, und alkalischen Boden hin.

Löwenzahn und Taubnessel

In deinem Rasen wachsen Löwenzahn und Taubnessel? Dann ist die Erde ziemlich stickstoffreich.

Hundskamille

Die Hundskamille zeigt an, dass der Boden sauer, stickstoffarm oder kalkarm ist.

Jetzt kennst du die Vorlieben der verschiedenen Zeigerpflanzen und kannst Rückschlüsse auf die Bodenarten und weitere Eigenschaften ziehen. Nutze beim Anpflanzen bzw. Säen dieses Wissen, um Gemüse, Kräutern und Rasen die besten Bedingungen zu bieten.

Kurz nachgefragt

Was sind Zeigerpflanzen – einfach erklärt?

Zeigerpflanzen sind Pflanzenarten, die spezifische Umweltbedingungen anzeigen. Sie reagieren empfindlich auf Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit, Nährstoffgehalt oder pH-Wert und können somit Aufschluss über die Qualität des Lebensraums geben. Zum Beispiel weist der Wiesen-Sauerampfer auf einen sauren Boden hin. Diese Pflanzen sind nützliche Indikatoren in der Ökologie und Landnutzung.

Sind Zeigerpflanzen schädlich?

Zeigerpflanzen sind an sich nicht schädlich; sie sind vielmehr nützliche Indikatoren für bestimmte Umweltbedingungen. Sie zeigen an, dass bestimmte Standortfaktoren wie Bodenqualität oder Feuchtigkeitsgehalt vorherrschen, die möglicherweise nicht optimal sind. Ihre Anwesenheit kann jedoch auf Probleme hinweisen, die behoben werden sollten, z.B. Nährstoffmangel oder Übersäuerung im Boden. Es ist also ihr Kontext, der über Schaden oder Nutzen entscheidet, nicht die Pflanzen selbst.

Wie kann man Zeigerpflanzen entfernen?

Um Zeigerpflanzen zu entfernen, solltest du zunächst die zugrunde liegenden Standortbedingungen anpassen, die ihr Wachstum begünstigen, etwa den Boden pH-Wert regulieren oder Nährstoffmängel beheben. Mechanische Methoden, wie das regelmäßige Mähen oder Jäten, können ebenfalls effektiv sein, um ihre Verbreitung zu kontrollieren. Eine nachhaltige Lösung ist es, die Fläche mit Pflanzen zu begrünen, die besser an die gewünschten Standortbedingungen angepasst sind und somit die Zeigerpflanzen verdrängen. Der Einsatz von Herbiziden sollte vermieden werden, da er oft umweltbelastend ist und nicht die Ursache des Problems adressiert.

Quelle: 24garten.de

Abonniere jetzt unseren Geniale Tricks-WhatsApp-Kanal und verpasse keine Tipps, Tricks und Lifehacks mehr.