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Forsythie: Diese giftigen Doppelgänger musst du kennen

Dass Forsythie giftig sein soll, hört man immer wieder. Aber wieso haben Menschen mit Kindern und Haustieren den Strauch dann im Garten stehen? Was ist dran an der Gefahr? Hier erfährst du mehr.

Zwei gelb blühende Forsythien stehen in freier Natur.
© Volodymyr - stock.adobe.com

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Die Forsythie zählt zu den Vorboten des Frühlings im Garten – doch Vorsicht: Zwei Doppelgänger der beliebten Pflanze sind besonders gefährlich! Ob die Forsythie selber auch giftig ist und ob du sie lieber aus deinem Garten verbannen solltest, erfährst du hier.

Forsythie ist leicht giftig

Giftig oder ungiftig – diese Frage taucht in Bezug auf Forsythien jedes Jahr aufs Neue auf. Und tatsächlich: Forsythien sind minimal giftig. Infolge eines Verzehrs kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit sowie Durchfall kommen. Aber: Damit diese Symptome auftauchen, müsstest du eine unrealistisch große Menge der Pflanzenteile verzehren. Solange du das nicht vorhast, geht keine akute Gefahr von der Pflanze aus.

Beim Zurückschneiden solltest du dennoch sicherheitshalber Handschuhe tragen, da beim Schneiden leicht giftige Saponine und Glykoside freigesetzt werden. Dennoch gilt: Forsythien können uns eigentlich nichts anhaben. Dasselbe gilt übrigens auch für Haustiere – du kannst deine Katze also bedenkenlos in den Garten lassen, selbst wenn dort alles in gelber Forsythienpracht erblüht ist.

Zwei Doppelgänger der Forsythie sind giftig

Viel gefährlicher als Forsythien selbst, ist es, wenn man sie mit anderen, deutlich giftigeren Doppelgängern verwechselt. Die höchste Verwechslungsgefahr besteht mit dem Besenginster. Er gehört zu den Schmetterlingsblütlern und wächst zudem auch hin und wieder wild in Gärten, was die Unterscheidung noch schwieriger macht. Besenginster ist im Vergleich zur Forsythie jedoch deutlich giftiger.

Blühender Besenginster - Foto von einem Strauch.
Besenginster sieht der Forsythie sehr ähnlich und ist giftig. Foto: IMAGO / Gottfried Czepluch

Auch die gelben Blüten des Goldregen, ebenfalls ein Schmetterlingsblütler, sind nicht so einfach von denen der Forsythie zu unterscheiden. Überdies werden Forsythien im Volksmund auch als Goldglöckchen bezeichnet, was sich salopp schnell mal mit Goldregen verwechseln lässt. Goldregen ist im Vergleich zur Forsythie nur eben stark giftig.

Blühender Goldregen vor einem blauen Himmel
Auch Goldregen ist ein giftiger Doppelgänger der Forsythie. Foto: IMAGO / Christian Ohde

Alle Pflanzenteile des Goldregens – also Laub, Blüten, Samen, Stängel und Schoten – enthalten das hochgiftige Alkaloid Cytisin. Symptome bei Verzehr sind u.a. Brennen im Rachen, Erbrechen und Schweißausbrüche. Bei Kindern können schon geringe Mengen zu einer Lähmung führen, die für ein Delirium und letztlich den Tod sorgen kann.

Einen wichtigen Hinweis, ob es sich um Forsythien oder um einen der hochgiftigen Schmetterlingsblüher handelt, gibt die Blütezeit. Die beiden giftigen Doppelgänger erblühen nämlich etwas später – also im Mai und Juni, während Forsythien schon Mitte März blühen.

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Wenn Kinder mit den giftigen Pflanzen in Berührung kommen

Beim Verzehr kleinerer Mengen der Forsythie ist grundsätzlich kein Arztbesuch nötig. Hat ein Kind – aus welchen Gründen auch immer – etwas mehr von dem Zierstrauch gegessen, ist es dennoch ratsam, sicherheitshalber einen Arzt aufzusuchen. Viel Wasser trinken hilft dabei, die schwachen Giftstoffe auszuspülen.

Kommen Kinder oder Haustiere hingegen mit dem hochgiftigen Besenginster oder Goldregen in Berührung, benötigen sie umgehend ärztliche Versorgung. In einem solchen Fall musst du einen Notarzt rufen und diesem mitteilen, von welcher Pflanze die betroffene Person etwas zu sich genommen hat. Viel trinken ist auch hier äußerst wichtig. Auch mit deinem Haustier gehst du in einem solchen Fall sofort zum Tierarzt. Sicher ist sicher.

Solltest du den Verdacht haben, eine giftige Pflanze verzehrt zu haben, ist es wichtig, schnell zu handeln und entsprechende Hilfsstellen zu kontaktieren. In Deutschland stehen dir folgende Anlaufstellen zur Verfügung:
Notruf (112): In akuten Notfällen, insbesondere wenn schwere Symptome auftreten, solltest du sofort die 112 wählen. Der Notdienst kann umgehend medizinische Hilfe leisten.
Giftnotrufzentralen: Diese Zentren bieten rund um die Uhr telefonische Beratung bei Vergiftungsfällen. Es ist hilfreich, wenn du möglichst genaue Informationen zur Pflanze bereithältst. Die Giftnotrufzentrale erreichst du über die Vorwahl deines Bundeslandes + 19240.
Hausarzt oder örtliches Krankenhaus: Wenn die Symptome mild sind, kannst du auch einen Hausarzt aufsuchen oder dich direkt an das nächstgelegene Krankenhaus wenden.

Quellen: t-online; Mein Schöner Garten
Vorschaubild: ©Flickr / avanloon